Manchmal wunder ich mich doch sehr über das Verhältnis mancher Personen zur Meinungsfreiheit und Minderheitenschutz.
2 (halbwegs) aktuelle Beispiele:
1. Nach der Annahme des BGE Antrags in Offenbings hat es @sekor doch tatsächlich gewagt ein T-Shirt zu tragen auf dem “Blauäugig, Gutgläubig, Einfältig” steht. Anstatt sich nun über den eigenen Sieg zu freuen wird wild drauf los gebasht und angefangen zwischen “guter und schlechter Meinungsäußerung” unterscheiden zu wollen. Andi Popp hat hierzu einige sehr kluge Sätze geschrieben, die sich hoffentlich jene die sich über ein verkacktes T-Shirt so aufregen zu Herzen nehmen.
2. Jemand hat die Seite der Nuklearier im Piratenwiki entdeckt. Was folgte war ein polemischer Artikel auf FROnline und später ein Artikel auf Tagesspiegel.de, der auf die Meinungsvielfalt in der Partei angeht. Auch hier sehen manche schon Untergang des Abendlandes und anstelle die Meinungsfreiheit der Nuklearier zu verteidigen wird fleißig drauf los gebasht und man macht sich Sorgen, dass die Piraten nach außen als “Pro Atom Partei” wahrgenommen wird. Selbst wenn dem so wäre (trotz AntiAtomPiraten, Parteiprogramm, Fraktionssitzung im Wendland etc…), seit wann juckt es uns wenn manche Pressevertreter Blödsinn über uns schreiben? Und seit wann überwiegt eine gute Außendarstellung die Meinungsfreiheit einzelner Mitglieder?
(bei 2. muss man fairerweise sagen, dass hier wohl hauptsächlich von extern gebasht wurde)
In diesem Zusammenhang möchte ich den Godwin der Woche an den Twitter Nutzer @DJHell verleihen, der der Ansicht ist einen Vergleich zwischen den Opfern des Holocaust und den Opfern von Fukushima und Tschernobyl durchführen zu müssen. (Link 1, 2, 3, 4)
Ich hoffe ja, dass sich irgendwann auch im Internet die Erkenntnisse durchsetzten, dass
- es sich nicht lohnt Schreihälsen zu zu hören
- es sich nicht lohnt zu schreien (/bashen / shitstormen), weil einem keiner zuhört
Dann erledigt sich das rumgehacke auf und öffentliche “entrüstet sein” wegen Minderheitenmeinungen hoffentlich auch von alleine.