Leserbrief: Polizei verspielt letztes Vertrauen

Aus gegebenden Anlass & Archivierungsgründen veröffentliche ich hier einen Leserbrief von mir vom 19.05.2014, der sowohl Online als auch im Print in der Rundschau veröffentlicht wurde.

Leserbrief: Polizei verspielt letztes Vertrauen

Das Vorgehen der Polizei am Stadion, sowohl gestern als auch die Wochen davor, lässt mich einigermaßen konsterniert zurück.
Man konnte die ganze Saison über beobachten, wie alle WSV-Fans bemüht waren ihren schlechten Ruf zu egalisieren. Dank dieser Bemühungen hatten wir unterm Strich, was Vorfälle bei Heim & Auswärtsspielen angeht, wohl die ruhigste Saison seit Langem.

Nur leider habe ich nicht das Gefühl, dass diese Entwicklung vonseiten der Wuppertaler Polizei gewürdigt wird. Im Gegenteil: Wer bei einem Heimspiel ohne Gästefans(!) in kompletter Kampfmontur aufmarschiert, das Stadiongelände ohne konkreten Anlass mit Kameras überwacht, um dann gewaltsam Leute zu verhaften, die sich darüber echauffieren, der muss sich den Vorwurf gefallen lassen bewusst eine Eskalation herbeiführen zu wollen. Ich kann mich dem Eindruck nicht erwehren, dass hier versucht wird die völlig überzogene Gefahrenprognose (die berühmten 300 gewaltbereiten WSV-Fans, die noch nirgends gesichtet wurden) doch noch irgendwie zutreffen zu lassen, damit man sich nicht eingestehen muss, die Lage vor der Saison völlig falsch eingeschätzt zu haben.

Ich wünsche dem Verein viel Glück bei seinen Vermittlungsversuchen, befürchte aber, dass das Verhältnis zwischen Polizei und WSV-Fans eher noch schlechter wird, wenn bei der Wuppertaler Polizeiführung kein Umdenken stattfindet und man offen die eigenen Fehler eingesteht. Die Behauptung, es hätte keine besonderen Vorfälle gegeben, macht mir in der Hinsicht leider keine Hoffnung.

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